Veranstaltung

75 Jahre Hegering Sonsbeck

Hier ein Auszug des Textes aus einem Bericht von Erwin Kohl, veröffentlicht am 15.07.2026 in der Rheinische Post:

NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (r) lobte den Einsatz des Hegerings Sonsbeck für
die Natur Hier ist sie im Gespräch mit Lydia von Gemmeren von den Jagdhornbläsern
Foto Erwin Kohl

Sonsbeck · NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen besuchte das Jubiläumsfest des Hegerings Sonsbeck und lobte die Rehkitzrettung als „Zeichen moderner Jagd”

Schon auf der Website des Hegerings Sonsbeck macht die Vorsitzende Martina Terlinden deutlich: „Jagd ist nicht ,irgendein’ Hobby. Jagd ist eine Lebenseinstellung und eine große Verantwortung der Natur und den Tieren gegenüber.“ Aus eben dieser Verantwortung heraus hat sich vor 75 Jahren der heute rund 200 Mitglieder starke Ortsverband in der Kreisjägerschaft Wesel gegründet, wie Terlinden erklärte: „Im Krieg wurde viel gewildert, deshalb haben sich Sonsbecker Jäger 1951 zusammengeschlossen, um Wildhege zu betreiben.“ Gefeiert wurde das Jubiläum am Sonntag mit einem Familienfest auf dem Strothmannshof der Familie Heekeren. Unter den zahlreichen Gästen war auch NRW- Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen.

„Die Jagd braucht den Dialog mit den Menschen“

Eingeleitet wurde der Festtag mit einem Ständchen vom Westfälischen Hornquartett. Nach einem Dankgottesdienst, musikalisch begleitet von den Sonsbecker Jagdhornbläsern unter Leitung von Lydia von Gemmeren, richteten die Ehrengäste das Wort an die Jubilare. Landwirtschaftsministerin Gorißen würdigte, dass sich der Hegering seit 75 Jahren für die Natur und das Wild einsetze, „und das in einer gelebten Gemeinschaft, in der Menschen Verantwortung übernehmen und sich füreinander einsetzen“, wie sie betonte. Dass anlässlich des Jubiläums ein Familientag gefeiert wurde, fand die Ministerin ebenfalls lobenswert: „Die Jagd braucht den Dialog mit den Menschen, nur dann entsteht Vertrauen. Sie bringen Kindern und Familien die Natur näher und das ehrenamtlich. Genau dieses Ehrenamt hält auch unsere ländlichen Regionen zusammen.”

Was den Einsatz für die Natur betrifft, nannte Gorißen exemplarisch die Rehkitzrettung, zu deren Gunsten auch die Einnahmen des Festes bestimmt waren: „Landwirte und Jäger suchen gemeinsam die Felder mit Drohnen ab, noch bevor die ersten Landmaschinen ihre Arbeit aufnehmen. Das steht beispielhaft für die moderne Jagd“, sagte Gorißen.

Der Bundestagsabgeordnete Sascha van Beek lobte die gute Nachwuchsarbeit der Sonsbecker. „Ein waidgerechter Schuss ist kein Zufall, sondern das Zeichen einer guten Ausbildung“, sagte er. Ein Dorn im Auge sei ihm jedoch, „dass viele politische Entscheidungen über die Köpfe der Jäger hinweg getroffen werden“. Naturschutzgesetze benötigen nach Ansicht des Veeners stetige Anpassungen, vor allem wenn geschützte Tiere wie Wolf, Biber oder Kormoran für erhebliche Schäden sorgten. „Naturschutz besteht nicht nur aus Schutz, es bedarf auch eines Managements“, erklärte van Beek. Jagd sei gelebter Natur- und Artenschutz, verdeutlichte er und versprach: „Ich setze mich in Berlin dafür ein, dass der Sachverstand der Jäger mehr in politische Entscheidungen einfließt.

Seit  Jahren professionelle Jagdhundeausbildung

Das stieß in der Runde auf offene Ohren. Markus Ermen-Zielonka, Vorsitzender der Kreisjägerschaft des Kreises Wesel, lobte die Politik für die Entscheidung, den Wolf in das Bundesjagdgesetz aufgenommen zu haben. Er kritisierte aber Zuständigkeiten: „Das Wolfsmonitoring muss ins Landwirtschaftsministerium. Niemand kennt die Reviere besser als die Jäger.“

Zum Schluss hob Ermen-Zielonka am Beispiel der „Wald-Olympiade“, die der Hegering Sonsbeck seit 2003 anbietet, dessen vorbildliche Nachwuchsarbeit hervor. „Auf diese Weise lernen Kinder spielerisch die Zusammenhänge zwischen Wald und Natur kennen“, erklärte er. Auch beim Jubiläumsfest setzten die Gastgeber auf dieses Prinzip: Die rollende Waldschule durfte ebenso wenig fehlen wie die beliebte Natur-Rallye für Kinder. Dazu gewährte ein Falkner Einblicke in seine Arbeit mit Greifvögeln. Als Höhepunkt zogen am Nachmittag die Jagdhornbläser in einem Flashmob durch die Reihen der Feiernden. Eine Hüpfburg und die „wilden Köstlichkeiten“ vom Grill kamen ebenso gut an wie das kleine Kino in der Scheune, in dem die bewegte Geschichte des Hegerings zu sehen war.

So verfügt der Hegering Sonsbeck seit 35 Jahren über eine professionelle Jagdhundeausbildung. Besonders stolz ist man in Sonsbeck auch auf die Erfolge bei Schießwettkämpfen. Vorsitzende Terlinden erklärte: „Nur wenn man sein Werkzeug, sprich die Waffe, beherrscht, kann man ein Tier waidgerecht erlegen.“
(erko beaw)

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